Monatsarchiv August 2018

Das Beste aus dem eintönigen Alltag machen

Weit abseits der Kreisstadt Bad Belzig, am Waldrand des 3,5 Kilometer entfernt gelegenen Ortsteils Kuhlowitz, befindet sich das Übergangswohnheim für Geflüchtete. Mit 87 Bewohnern ist es zur Zeit voll belegt und die SozialarbeiterInnen vor Ort haben alle Hände voll zu tun. Hilfe bei behördlichen Angelegenheiten und das Zusammenleben auf engstem Raum regeln, sind die Hauptaufgaben der Fachkräfte, berichtet Roswitha Schulz, die Leiterin der Einrichtung. Bei einem Rundgang durch Haus und Hof zeigt sie die wenigen Möglichkeiten, dem eintönigen Alltag zu entfliehen. In einer großen Fahrradwerkstatt haben die Bewohner die Möglichkeit ihr Fahrrad zu reparieren und in selbst gebauten Hochbeeten wächst frisches Gemüse. Großen Anklang findet der seit gut 2 Monaten stattfindende Deutsch- und Integrationskurs, den der Bildungsträger Urania im Haus anbietet. An vier Tagen die Woche ist eine Lehrerin von 8.00 – 14.00 Uhr vor Ort und unterrichtet 2 Gruppen. Dies ist eine große Herausforderung, denn die Teilnehmer im Kurs sprechen fünf verschiedene Muttersprachen und bringen sehr unterschiedliche Bildungsvorraussetzungen mit. Viele schätzen das Kursangebot und kommen gerne und regelmäßig. „Dieser Kurs ist der einzige Grund, warum ich noch in Kuhlowitz wohne“, sagt einer der Teilnehmer in gebrochenem Deutsch und man hat den Eindruck, die Anderen stimmen ihm stumm zu.

Hilfe zur Selbsthilfe für junge Menschen mit Fluchterfahrungen

„Wachsen wie ein Baum“, hieß das psychoedukatives Gruppenangebot für junge Menschen mit Fluchterfahrung, das von Mai bis Juli, an zehn wöchentlichen Treffen, in unserer Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung in Beelitz-Heilstätten stattfand.
Zwei pädagogisch-therapeutische Fachkräfte trafen sich regelmäßig mit den jungen Menschen aus Eritrea, Somalia, Mali und Guinea zum Gespräch und Austausch. Anschaulich und leicht verständlich wurden Symptome erläutert, die für Menschen mit Flucht- bzw. Gewalterfahrungen nicht untypisch sind. Hilfreich kamen hierbei projektbegleitende Selbsthilfe-Materialien in den jeweiligen Heimatsprachen zum Einsatz, die vom Traumazentrum Nürnberg erarbeitet und für das Projekt zur Verfügung gestellt worden waren. 


Hinzu kamen nach und nach Schreib-und Skizzenbücher, Malmaterialien und schön gestaltete „Erste-Hilfe-Kästchen“, mit denen im Verlauf des Projektes gearbeitet wurde.