Jahres-Chronik

Jahres-Chronik

2001

Tag der offenen Tür auf dem Gutshof Glien

Der Gutshof ist wieder einen Schritt weiter als “Schaufenster der Region”. Mit einem “Tag der offenen Tür” wurde das Hauptgebäude des Gutshofes am 17. und 18.03. offiziell eröffnet. Bereits am 16.03. begann der Gaststättenbetrieb unter der Leitung von Bärbel Höhne.
Dabei ist das Hauptgebäude ist nur ein Teil des Komplexes, das zu diesem Zeitpunkt noch den Arbeitstitel “Ländliches Begegnungszentrum” trägt.

Der AAfV hat den gesamten Gutshof von der Gemeinde für 25 Jahre gepachtet, um ihn zu einem “Schaufenster der Region” auszubauen.
Mit großem Engagement wurde das Gutshaus wieder aufgebaut. Das war mit einem hohen finanziellen und Arbeitsaufwand verbunden – Mittel der EU, der Dorferneuerung, dem Gemeindefinanzierungsgesetz, gekoppelt mit Mitteln aus der Arbeitsförderung flossen in das Vorhaben. In vier Räumen – Bauernstube, Kaminzimmer, Gartensaal und Kaffeezimmer – gibt es ein preislich breit gefächertes Angebot zwischen deftig rustikal und gut bürgerlich. Später soll mit qualitativ hochwertigen kulturellen Angeboten, wie Lesungen, Kleinkunst und mehr, zusätzliches Publikum an den traditionsreichen Ort gelockt werden.
Der Gutshof, an der Kreuzung mehrerer, bedeutender Wanderwege zwischen Belzig, Raben, Wiesenburg und Ziesar sowie neben der höchsten Erhebung Norddeutschlands, dem Hagelberg, gelegen, war einst Sitz der Landratsfamilie von Tschirschky, deren Nachkommen bis heute dort regelmäßig einkehren.
Im Juni wurden die letzten Bauarbeiten, die vier Jahre zuvor begannen, im wesentlichen abgeschlossen. Viele Teilnehmer in Arbeitsbeschaffungs- und Strukturanpassungsmaßnahmen sowie Jugendprogrammen, wirkten Hand in Hand mit 16 Fachfirmen an der denkmalpflegerischen Herstellung unter der Regie von mehreren Planungsbüros. 

Der Weidenpalast in Damsdorf

Der Weidenpalast in Damsdorf ist eine Kopie des “Auerworldpalast” in Auerstedt bei Weimar. Dieser, anlässlich der Feierlichkeiten der Kulturstadt “Weimar 1999” fertiggestellt, wurde mit dem Grünarchitekten Marcel Kalberer von 300 Jugendlichen aus dem In- und Ausland gebaut.
Werner Eichhorst – Stützpunkt- und Projektleiter – wurde durch einen Flyer auf dieses Kunstwerk aufmerksam. Gedanklich versuchte er bereits sehr früh, dieses Vorhaben in ein ABM-Projekt umzudenken. Mit der Vorstellung vor Gemeindevertretern der Gemeinde Damsdorf und Bereitstellung einer Fläche am Damsdorfer Fenn, war die Antragstellung beim Arbeitsamt möglich. Und schließlich erfolgte auch die Bewilligung, die Maßnahme begann im April.
Mit der Verarbeitung von Kopfweidenstecklingen hatte man bereits Erfahrungen und das Weidenmaterial selbst stand durch den Schnitt von Kopfweiden zur Verfügung. Bevor jedoch mit dem Einpflanzen begonnen werden konnte, wurde die Fläche planiert, ein Stahlgerüst gebogen, zum Teil geschweisst, Bindeböcke gebaut und die Pflanzstellen vermessen.
An dem ersten Bauabschnitt wirkten 8 Teilnehmer mit, die motiviert alle 24 Bögen aufstellten. Am 01.06. konnte das Richtfest gefeiert werden, an dem auch die Gemeindevertreter und andere an der Organisation beteiligte Personen teilnahmen.

Ein zweiter Abschnitt, der Außenkranz, wurde in der Folge mit 10 weiteren Teilnehmern im Jahre 2002 fertiggestellt. Hinzu kamen drei Tippis, eine Feuerstelle für ein kleines Lagerfeuer, Verweileinrichtungen sowie ein Grill aus Feldsteinen. Die Einweihung erfolgte am 14.09.2002 durch den Bürgermeister und weiteren Persönlichkeiten. Der Palast kann von Interessenten genutzt werden.. Zahlreich wurde dieses Angebot bereits von Reiseunternehmen, Firmen und Vereinen angenommen. Das grüne “Gebäude” aus Weidenzweigen erstreckt sich über eine Fläche von 415 Quadratmetern. Es bietet unter seiner Freiluftkuppel viel Platz für jede Menge schöner, erlebnisreicher und ruhiger Zeit.

Ein musikpädagogischer Koordinator in der Schule Ziesar

Ein musikpädagogischer Koordinator unterstützte die musikalische Bildung und Erziehung im Musikverein der Schule in Ziesar. Dabei ging es darum, Talente und Anlagen junger Menschen zu entdecken und zu fördern. Er nahm im Rahmen einer SAM im Juni seine Tätigkeit auf.
Unter Einbeziehung der Eltern und in enger Zusammenarbeit mit dem Musikverein wurden die Schüler und Jugendlichen durch pädagogisch einfühlsames Heranführen an das Instrument, geschickte Methoden bei der Begleitung des Musizierens und das Organisieren interessanter Betätigungsfelder motiviert und an eine anspruchsvolle Freizeittätigkeit im Orchester herangeführt. Die Ausbildungsangebote lagen dabei im Bereich Blech- und Holzblasinstrumente.
Orchesterproben und zahlreiche öffentliche Auftritte, das Repertoire des Orchesters reicht von Blasmusik über klassische Musik bis hin zur Popmusik, trugen zu einer gezielten Förderung der Talente und einer ständigen Entwicklung des Blasorchesters bei. Die große Resonanz bei allen Auftritten war ein Beweis für die gute Arbeit und das musikalische Können aller Beteiligten.
In der Mitarbeit im Orchester lernen die jungen Menschen Gemeinschaft zu leben und zu erleben.

Konzertauftritte um In- und Ausland wurden koordiniert, dabei fanden Treffs mit anderen Jugendorchestern statt. In Gesprächen und beim gemeinsamen Musizieren lernten die jungen Menschen so andere Kulturen kennen. Gegenseitige Besuche erfolgten, die die Entfaltung, auch internationaler Kontakte, vertieften. Gleichzeitig wurden für die Jugendlichen und Kinder Freizeitmöglichketen organisiert, in denen Spiel, Sport, Musik und Bildung im Mittelpunkt standen.
Der Koordinator war für die Schüler dabei ständig Ansprechpartner und stand ihnen auch in Problemsituationen auf Grund seiner Fachkompetenz und Lebenserfahrung hilfreich zur Seite. Die vielfältigen Aktivitäten dieser Maßnahme unterstützten entscheidend die musikalische Bildungs- und Erziehungsarbeit der Kinder und Jugendlichen. Sie sind Ausdruck einer sinnvollen Freizeitgestaltung junger Menschen und der Entwicklung musikalischer Talente. Die Maßnahme wurde mehrfach verlängert, bis zum 31.07.2004.

Inhaltlich gleichzusetzen war auch eine anschließende ABM vom 01.08.2004 bis zum 31.03.2005, wiederum mit einem musikpädagogischen Betreuer. Dieses Projekt stand unter dem Motto: „Musizieren – Ausdruck von Lebensfreude”. Beide Maßnahmen übten einen sehr positiven Effekt auf eine inhaltsvolle, lebensfrohe und lebensbejahende Einstellung der Kinder und Jugendlichen aus.
Ein großes Dankeschön an die beiden Teilnehmer Heiko Au und Kerstin Geserick. 

Modellprojekt “NATAN” – Netzwerk zur Verbesserung der Arbeitsvermittlung durch Trainingsmaßnahmen und Arbeitsberatung unter Nutzung der Selbsthilferessourcen

Förderung eines innovativen regionalen Modellvorhabens zur Verbesserung der Zusammenarbeit vom Arbeitsamt und Trägern der Sozialhilfe – das war die Zielstellung dieses neuen Projektes.

250 Langzeitarbeitslose und Sozialhilfeempfänger wurden in zwei Jahren mittels intensiver Arbeitsberatung, Persönlichkeitstraining und daran gekoppelter sozialpädagogischer Betreuung zum Erwerb eigenen Einkommens befähigt bzw. chancenreich fit gemacht für den Arbeitsmarkt, nach dem Prinzip der Selbstaktivierung und Selbsttransformation. Mitte Oktober begann “NATAN”.
NATAN richtete sich an Langzeitarbeitslose, die zwar arbeiten wollen, aber nicht über die dazu nötigen Befähigungen verfügen. Hierzu zählen Personen, die keinen Berufsabschluss haben bzw. Ausbildungsabbrecher, nur schlecht deutsch sprachen (Spätaussiedler) oder denen nötige Qualifikationen oder ein Führerschein fehlen, ohne die sie kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben.
Durch die Eingliederungs- und Hilfepläne im Projekt wurde eine Basis für Verständigung zwischen Teilnehmer und Betreuer geschaffen und es wurden erste gemeinsame Ziele formuliert. Daraus ergaben sich weitere Schritte für eine persönliche Entwicklungs- und Qualifizierungsplanung. Diese wurde dann gemeinsam mit dem Teilnehmer erarbeitet. Voraussetzung dafür waren präzise formulierte Aufgaben sowie ein Zeitrahmen für deren Umsetzung.
Eines der Arbeitsprinzipien, das in der Arbeit im Vordergrund stand, war die unbedingte Wirtschaftsnähe, d.h. die Zusammenarbeit mit den Betrieben und Einrichtungen. Denn nur so waren die vereinbarten Ziele zwischen dem Arbeitsamt, dem Sozialamt und dem AAfV zu erreichen.
Ein wesentliches Ziel des Projektes bestand darin, 30 % der Projektteilnehmer über die verschiedenen Trainingsmaßnahmen und Beratungsaktivitäten so zu befähigen, dass sie eine Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt aufnehmen können.

Lt. Abschlussbericht fanden 87 Teilnehmer eine Beschäftigung auf dem 1. Arbeitsmarkt, weitere 35 wurden im 2.Arbeitsmarkt tätig, 16 Teilnehmer begannen eine Berufsausbildung und 5 Teilnehmer eine Umschulung bzw. Fortbildung. Weitere begleitende zeitliche Maßnahmen konnten für über 100 Teilnehmer realisiert werden.

Die Ergebnisse haben bewiesen, dass man gute Ergebnisse erzielen kann, wenn die erforderliche Zeit für die individuelle Beratung ausreichend bemessen ist.
Am Ende der Maßnahme dankte AAfV-Geschäftsführer Bernd Schlägel dem Projektleiter Holger Sell, der Teamleiterin Gritt Hinze sowie den Mitarbeitern Angelika Franke, Werner Liehr und Waldemar Keller. Das Projekt endete am 30.04.2003.

10 Jahre AAfV – 10 Jahre für die Menschen im Fläming

Die Menschen im Fläming fit für den Strukturwandel – von der Landwirtschaft hin zu Tourismus und Dienstleistungen – zu machen, das hatte sich der AAfV vor zehn Jahren vorgenommen. Das Konzept des Vereins sah die Beschäftigung und Qualifizierung von Arbeitssuchenden, die Schaffung von Dauerarbeitsplätzen und Integration von Arbeitslosen in den ersten Arbeitsmarkt vor. In dem Maße, wie es dann gelang, durch Verzahnung von Fördermitteln der unterschiedlichsten Ebenen Geld und damit Kaufkraft in die Region zu holen, wurden kommunale Haushalte entlastet und örtliche Strukturen entwickelt.

Geschäftsführer Bernd Schlägel blickte zurück: “Das erste Strukturförderprogramm des Landes Brandenburg wurde auf diese Weise beispielgebend im Landkreis Belzig entwickelt. Das Freizeit- und Erlebnisbad Belzig, der Naturpark Hoher Fläming, das touristische Wegenetz, die landschaftsprägenden Biotop-Verbundsysteme, das Stallabrissprogramm in der Landwirtschaft sowie die Deponiesanierung örtlicher Müllkippen sind beredete Zeugen guter Arbeit”.

In den 10 Jahren des Bestehens des AAfV wurden viele Projekte über Arbeitsbeschaffungs- oder Strukturanpassungsmaßnahmen sowie Sozialhilfeprojekte realisiert. Auf dem Arbeitsmarkt konzentrierte sich der Verein dabei auf die Zielgruppen Frauen, Jugendliche, ältere Arbeitnehmer und Langzeitarbeitslose. In den vielen Maßnahmen, aber auch im gewerblichen Bereich des AAfV selbst, fanden über 3400 verschiedene Personen eine zumindest befristete Arbeit, viele mehrmals. Es wurden mehr als 4600 Projektplätze geschaffen. Hinzu kommen 200 Plätze im Rahmen von Vergabemaßnahmen in der Arbeit Fläming GmbH. Insgesamt schuf der AAfV in der eigenen Verwaltung, den gewerblichen Abteilungen und in der Arbeit Fläming GmbH 54  feste Arbeitsplätze.

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AAfV administrator