Yearly Archive: 1997

Jahres-Chronik

1997

Ein Recycling- und Werkstoffhof entsteht in Kuhlowitz

Die Erhaltung und die Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit von alten Maschinen und Gerätschaften aus der Landwirtschaft, aus dem Handwerk und aus dem Haushaltsbereich sowie die Aufbereitung historischer Baumaterialien war das Ziel dieses Projektes. Zum Zwecke einer Dokumentation und Präsentation wurden die Maschinen und Geräte saniert. Die Arbeitsmittel aus früheren Zeiten sollen als Anschauungsmaterial für die technische Ausbildung von Schülern und Berufsschülern dienen.
Unter Zuhilfenahme der örtlichen und regionalen Presse, der Präsentation bei Veranstaltungen und öffentlichen Festen sowie persönlicher Kontaktaufnahmen wurden die alten Maschinen und Gerätschaften erworben. Sie wurden entrostet und gereinigt. Anschließend wurde der Zustand festgestellt und dokumentiert.
Mit diesen Aufgaben wurden 10 Teilnehmer einer ABM betraut, durchgeführt ab Februar und für ein Jahr bewilligt. Es erfolgten das Auffangen und Entsorgen von Betriebsflüssigkeit, die Ermittlung und Beschaffung von fehlenden Bauteilen sowie die Reparatur der Technik und schließlich, soweit wie möglich, die Herstellung der Betriebsbereitschaft. Falls notwendig, wurde dabei auch die Sicherheit der beweglichen Teile und die Dichtheit von Behältnissen geprüft, ebenso wie die Farbgebung. Schließlich wurde eine Ausstellungsfläche für die Landmaschinen hergestellt und aufgebaut.
Unter bestimmten Ordnungsprinzipien und Lagerung erfolgte die Katalogisierung des Sammelgutes. Auf diese Weise entstand ein historischer Fundus, welcher heute noch in Kuhlowitz besichtigt werden kann. Ein alter Kastenwagen sowie eine Pferdekutsche wurden anlässlich der Eröffnung der Schlossschänke in Wiesenburg präsentiert. 

Schlossschänke “Zur Remise” in Wiesenburg eröffnet

Nach fast zweijähriger Bauzeit wurde im Februar die Schlossschänke durch Ministerin Regine Hildebrandt feierlich eröffnet. Besonders lag ihr am Herzen, dass damit eine Idee umgesetzt wurde, mit Unterstützung der Arbeitsförderung richtige Arbeitsplätze zu schaffen. Dabei unterstrich sie auch die Bedeutung des Projektes, angesichts der hohen Arbeitslosigkeit in der Region.
Die Gaststätte entstand in einem bisher einmaligen Projekt, wie auch Günter Baaske bei der Eröffnung hervorhob. Der Vorsitzende des AAfV lobte die Zusammenarbeit aller Beteiligten, dem  Arbeitsministerium und dem regionalen Arbeitsamt, der LASA und der Gemeinde – mit dem AAfV. Acht Frauen, im Alter von 22 bis 54 Jahren, die über ein Jahr arbeitslos waren, erhielten eine Chance für eine neue berufliche Existenz. Damit sie in der Einrichtung künftig tätig sein können, nahmen sie im Vorfeld an einer einjährigen Fortbildung teil.
Amtsdirektorin Barbara Klembt sieht durch die Realisierung des Projektes ein Sanierungsziel in der Gemeinde erreicht, bei dem auch Handwerker der Region beteiligt wurden und auch Landrat Lothar Koch wertete das Projekt als Beitrag für den Tourismus, der künftig weiter ausgebaut werden müsse.

Die Schlossschänke wurde im rustikalen Stil eingerichtet. Auch an alten Schaustücken aus der Landwirtschaft fehlt es nicht. Sie wurden bei ehemaligen Bauern in der Region gesammelt.
90 Gäste finden in der Einrichtung Platz und verweilen kann man auch auf der Terrasse mit Blick in den schönen Landschaftspark. Als Leiter der Einrichtung wurde Uwe Zimmermann eingestellt. Der gelernte Koch und Kellner kann auf viele Jahre Erfahrung im gastronomischen Gewerbe zurückblicken. Und „eine tierische Karre Futter“ mit Fleischspießen, deftigen Bratkartoffeln, Spiegelei und Rahmchampignons wird vom Chefkoch Norbert Karmainski empfohlen. Wer dieses Gericht verzehrt, erhält eine Erinnerungsurkunde.
Die Ministerin: “Schänke schreibt man mit “e” wollt ick bloß mal sagen. Kieken Se mal im Duden nach. Det is det Einzige, was ich kritisch anzumerken habe.” Die Recherche ergab aber, dass  beide Schreibweisen möglich sind.
Die Gemeinde Wiesenburg kann seinen Einwohnern und Gästen eine niveauvolle Erlebnisgastronomie anbieten.

Unterstützung denkmalpflegerischer Arbeiten auf der Burg Rabenstein und der Burg Eisenhardt

Unter Anleitung der Unteren Denkmalschutzbehörde und der fachlichen Kompetenz einer Restauratorin war mit einem Projekt vorgesehen, weitere vorbereitende denkmalpflegerische Arbeiten an verschiedenen Bauwerksteilen und Außenanlagen auf der Burg Rabenstein durchzuführen und auch um Baufreiheit für nachfolgende Restaurations- und Sanierungsarbeiten zu gewährleisten.
Dazu gehörte auch die Beräumung der Verbindungswege zwischen dem Ort und der Burg, Aufräumungs- Säuberungs- und Verschönerungsarbeiten an den Außenanlagen, im Park und Burgumfeld einschließlich der Beseitigung von Bruchholz.
Die Maßnahme begann im Oktober mit 5 Teilnehmern, die für ein Jahr zugewiesen wurden.
In der Ruine der Scheune im Burgvorhof wurden Müll und eingestürzte Mauerteile beseitigt und Feldsteine für Ausbesserungsarbeiten gesammelt. Die Teilnehmer führten Aufräumungsarbeiten am Steilhang zum Buchengrund und Wegebefestigungen zum dortigen Brunnen aus. Der Innenbereich des Hofes wurde entrümpelt und Ausbesserungsarbeiten am Pflaster vorgenommen. Dabei wurden auch kleinere Pflasterschäden in der Nähe des ehemaligen Dungplatzes beseitigt.
Ferner wurden touristische Erläuterungstafeln für die Burganlage angefertigt und aufgestellt.
Die Burg ist sehr eng mit der Entwicklung des Territoriums um Raben verflochten. Die Erhaltung und Pflege dieser denkmalgeschützen, traditionsreichen Stätte liegt in unmittelbaren öffentlichen Interesse und ist zugleich Erfordernis der Wahrung des architektonischen Gesamtbildes im Rahmen der Ortsentwicklungskonzeption.

Ähnliche Arbeiten wurden auch auf der Burg Eisenhardt durchgeführt. Hier wurde seitens des Arbeitsamtes eine Maßnahme zur Vorbereitung denkmalpflegerischer Arbeiten an der historischen Bausubstanz bewilligt. Vier Teilnehmer waren tätig, ebenfalls für ein Jahr. Damit wurden unterstützende Arbeiten, die bereits im Vorjahr bewilligt und begonnen wurden – beispielsweise begleitende Hilfsarbeiten für archäologische Vorhaben, die Unterstützung bei der Gestaltung des Burghofgeländes, das Freilegen und der Rückbau der Brunneneinfassung einschließlich gesonderter Ablagerung der Gesteinsmassen und das Freilegen von Bauwerksbesonderheiten an der romanischen Burgkapelle – fortgesetzt.
Inhalt in diesem Jahr waren Vorbereitungsarbeiten notwendiger Reparaturen an der Süd-Westmauer und die Sicherung und der Transport von wertvollen Baustoffen. Auch die Vorbereitung von archäologischen Grabungsarbeiten an der Westmauer und einem Bereich der romanischen Burganlage wurde von den Teilnehmern gewährleistet. Und es erfolgte die Sicherung und Erhaltung von Biotopen auf und um das Burggelände sowie Hilfsarbeiten bei der Gestaltung des Burghofes.
Die Arbeiten wurden unterstützt und angeleitet durch die untere Denkmalschutzbehörde.

Die vielseitigen Aufgaben dieser Maßnahmen waren Ausdruck dafür, dass Facharbeiten von Firmen und zusätzliche Arbeiten in der Arbeitsförderung durchaus miteinander kombinierbar sein können.  Allen Interessierten, Einheimischen sowie Besuchern, wurde so ein Eindruck über die Entstehung und spätere Entwicklung der Burganlage ermöglicht. Wichtige historische Anlagen und touristische Anziehungspunkte wurden nachhaltig für die Region bewahrt und weiter entwickelt.

Vorbereitende Arbeiten zum Aufbau eines Feuerwehrmuseums in Treuenbrietzen

Die Erhaltung und Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit alter Feuerwehrgeräte sowie die Erarbeitung und Gestaltung einer Feuerwehrchronik für den Amtsbereich Treuenbrietzen – zur späteren Präsentation in einem Museum – waren Ziele dieses Projektes, durchgeführt mit 3 Teilnehmern einer einjährigen ABM. Sie begann im Dezember.
Aus allen Dörfern des Amtes wurde Technik sowie Bild- und Textmaterial zusammengetragen. Anschließend erfolgte das Reinigen, Entrosten und Konservieren der Feuerwehrtechnik. Fehlende Bauteile wurden ebenfalls beschafft sowie entsprechende Originalunterlagen über die Farbgebung der jeweiligen Technik. Abschließend wurden die Geräte bis zur Funktionstüchtigkeit repariert und Schautafeln erstellt für jedes einzelne zukünftige Museumsstück.

Für die Feuerwehrchronik wurde Bild- und Textmaterial gesammelt und zusammengestellt. Zeitzeugen wurden aufgesucht und befragt. Das Material wurde katalogisiert und beschriftet. Die Teilnehmer arbeiteten aktiv mit Archiven, Behörden und Ämtern zusammen. Auch in der Öffentlichkeitsarbeit konnten sie Erfolge verzeichnen. Die fachliche Begleitung erfolgte über das Amt Treuenbrietzen.
Die Aufarbeitung alter Feuerwehrtechnik und Feuerwehrdokumente aktiviert die über 80 Jahre alte Feuerwehrtraditionen im Amtsbereich Treuenbrietzen. Das Kulturgut wird erhalten und für weitere Generationen gesichert. Mit der Präsentation und Dokumentation wird im zukünftigen Feuerwehrmuseum einer breiten Allgemeinheit Historisches zugänglich gemacht.

Nutzungskonzept für die Burg Rabenstein erarbeitet und vorgestellt

Für die Burg hat der AAfV Ende 1997 ein Nutzungskonzept erarbeitet und der Gemeindevertretung von Raben vorgestellt. Das Konzept, vorgestellt von Monika Stoltmann, Leiterin der Projektentwicklung, sieht vor, die Burg von der Gemeinde längerfristig zu pachten und hier unter anderem eine attraktive Gastronomie zu entwickeln. Ein Erlebnismuseum der besonderen Art soll entstehen, in der Kunst und Kultur sowie Handwerk und Landwirtschaft Einfluss finden. Die Herberge soll nicht nur erhalten bleiben, auch ein Ausbau ist vorgesehen.
Die ehemalige Fachwerkscheune im Burgvorhofbereich könnte hierzu wieder aufgebaut werden, um eine „Strohsack- und Heuherberge“ zu etablieren. Hier könnte auch ein Bauerntheater etabliert werden, mit Tanzdiele und Schankwirtschaft. Davor, um die große Kastanie, können regelmäßig Bauern- und Handwerkermärkte stattfinden.
In dem jetzigen Gebäude der Herberge soll die Gastronomie niveauvoller gestaltet werden incl. Hotelbetrieb. Der Rittersaal soll für Feierlichkeiten, Feste und Ausstellungen nutzbar gemacht werden und ein Verkaufsladen, unter anderem für die Vermarktung einheimischer Produkte, ist geplant. Bei der Umsetzung der Vorhaben werden die kommenden Aktivitäten mit der Gemeinde abgestimmt.  Große Pläne, für die ein Zeitraum von 10 Jahren veranschlagt wurde. Alle geplanten Investitionen sind allerdings von Fördermitteln abhängig, ohne die eine Umsetzung nicht möglich ist.
Viele von den damaligen Ideen konnten inzwischen verwirklicht werden.